Juni 10, 2007...6:27

Ich bin hier, weil ich hier hingehöre

Zu den Kommentaren

Vom Telefon werde ich geweckt. Ich stehe auf. Schaffe es noch rechtzeitig.
Du bist dran.
Also schon fünf. Fünf Uhr nachmittags.

Zu Hause angekommen, werfe ich irgendeine Brausetablette in irgendein Glas Wasser, spüle eine Schmerztablette runter.
Du nicht.

Am Bahnhof behaupte ich, noch fahren zu können. Die paar Kilometer. Du bist doch auch noch besoffen. Proberunden auf dem Parkplatz.

Ich sitze dann also auf dieser Treppe, wir haben uns wieder gefunden. Alles gut. Alles rausgekotzt. Glas Wasser in der Hand. Um uns herum die ganzen Plastikschwuchteln.
Ich kotze die Stufen hinab. Und wieder. Zum dritten Mal.

Ich wache vor dem Eingang auf. Ich denk mir, zwei Stunden Schlaf, auf kaltem Stein sitzend. Wo seid ihr alle?
Der Türsteher erkundigt sich nach meinem Befinden, steckt mir ein Taschentuch zu.

Wir tanzen. Alles gut. Nicht zur Musik. Wir sind viel besser. Zum Alkohol.

Ich habe keine Lust, ihm schöne Augen zu machen. Nein. Ich bin ich bin ich.

Der Dritte hat dann auch eine Zigarette für mich. Weil er alt und hässlich ist und ich es nicht bin. Danke. Feuer?

Darkroom. Ich kläre Fremde über HIV-Infektionsrisiken auf. Kein Applaus.

Ich kann dich nicht mehr finden. Bist verschwunden, in der Menge. Ich drehe meine Runde und kehre dahin zurück, wo wir uns aus den Augen verloren haben. Das hat man mir beigebracht.
Ich schaue ihn an und will sagen: Erstens habe ich Schluckauf.
Und dann will ich fragen, ob er dich gesehen hat.

Mein Herz tanzt. Und jedes Molekül bewegt sich.

Ich sehe mein Erbrochenes über die Stufen schwimmen. Du hältst meinen Kopf und erklärst mir, es sei okay, was ich da mache, und erst recht ein gutes Statement.

In der S-Bahn fangen wir an: Jeder eine Flasche Prosecco. Zum Wohl.

10 Euro Eintritt.
Ich bestelle ein Bier, 3,50 Euro, und beschwere mich lautstark über die Preise.
Du erklärst mir, dass er nichts dafür kann.

In der Straßenbahn liest er uns Horoskope vor.
Löwe. Genieße die Zeit mit deinem Partner. Ich sage, das muss ein Missverständnis sein.

Ich muss raus. Er lässt mich nicht. Kein Wiedereinlass. Ich muss kotzen, verdammt!
Ich drücke mich an den Sicherheitsmännern vorbei, halte mich an der Wand fest und entleere meinen Magen vor dem Eingang.

Du hast mir ein Glas Wasser besorgt. Ich will es nachfüllen, kaltes Wasser, auf der Toilette übt sich die Luft in Standing Ovations.
Ich muss raus, rufe ich dir zu. Du hörst es nicht. Zu spät.

Ich sage: Erstens habe ich Schluckauf.
Er steckt mir seine Zunge in den Hals. Ich denke Danke. Er sieht gut aus. Der Schluckauf ist weg.

Bier. Jacky-Cola. Wodka-Bull. Mein Herz tanzt.

Er fotografiert uns. Ich will auch endlich mal abgebildet werden. Schließlich leuchte ich doch.

Wirklich das grüne Shirt? Oder doch was Neueres?
Du sagst, dass es egal ist. Für diesen Schuppen muss man schließlich nicht gut aussehen.

Ich bahne mir meinen Weg an den Menschen vorbei, merke wie mir schlecht wird.
Kein Wiedereinlass. Scheiße. Ich renne raus.
Der Türsteher nimmt meinen Geldbeutel als Pfand und bittet mich, ins Abseits zu kotzen.
Ich sitze am Boden, alles dreht sich.

Hinter mir rufst du meinen Namen. Ihr habt mich gesucht, zwei Stunden lang. Sogar im Darkroom.

Ich schnorre Zigaretten. Ständig. Noch eine. Danke. Bitte. Ja. Nein. Schade. Feuer.

So um sieben kommen wir an. Du willst noch telefonieren. Ich falle ins Bett.

Er küsst mich also und ich mache mit, nur kurz, und dann sagt er: Eigentlich bist du ja gar nicht mein Typ.

Ich frühstücke ein belegtes Käsebrötchen am Bahnhof. Es ist ganz frisch.
Ich nicht so.

 

23 Kommentare

  • So.
    Schön.
    Gefällt mir gut. Ach, ich liebe das… Dieses Locker-Flockige, Unbeschwerte… Situationseinfangen. Alles in allem ein geschlossenes Bild, Hintergründe klar(er)…

    Ansonsten… Erschreckend. In gewisser Hinsicht.

    Beli

  • Ja. Erschreckend. Wobei ich drüber lachen kann.

    Man sollte öfter mal um 17 Uhr frühstücken.

  • Benjamin Kornfeld

    los los! Link mich :)

  • Um 17 Uhr geh ich schon fast wieder ins Bett!

  • O weh. Dann musst du schon sehr alt sein, oder? :P

  • Innerlich auf jeden Fall.

    Moment mal … bist schon wieder so frech … versuchst Du, mit mir zu flirten? Wenn dem so ist, muss ich Dir sagen: es klappt.

  • Du, ich würde niemals in öffentlichen Foren flirten… Tztztz… :)

  • gott schreibst du ne scheisse! den ganzen dreck gibts schon in cool… aber bei andern. lose weiter

  • Es klingt vielleicht jetzt herzlich unromanatisch, aber: Ist denn dieser ganze Buchstabensalat, der dazwischen steht, vonnöten?

  • der lautsprecher hält smalltalk für literatur, der arme… tztztz glückwunsch zu deinem niemals gewinnenden legogefühlsdrogenbaukasten… du armes sw

  • mann was fürn dreck der hier in die welt setzt, das hat gerade noch gefehlt.. nen schwabe, der denkt er könnte mercedes überholen… was willst du werden? 22? aber wie??? dein jan delay

  • @justus

    der braucht salat für seine buchstabenirritation die er blog nennt, das häschen. der weiss doch gar nicht was das ist: n satz! der kann nur saufen, schlucken und blöken. ambitious animal.

  • geh deinen eltern auf die nerven! du taschengeld.

  • Ja, genau: Geh deinen Eltern auf die Nerven!

    Ich find das ja eher niedlich, dass sich jemand so über mich aufregen kann…. Tztztz…

    Wenn man schon Leute weit unter der Gürtellinie beleidigt, sollte man aber evtl. so mutig sein, dass unter seinem eigenen Namen zu tun.

    Musst wohl auch n ganz armes Schwein sein, oder? :P

    Na los, hier kannst du offen drüber sprechen…

    Du, ich muss jetzt leider auch wieder saufen, schlucken, blöken, keine Zeit mehr….

    Ähm… Und mal ganz nebenbei: Das hier ist keine Literatur. Es ist das Protokoll einer durchlebten Nacht.

  • dumdidum ist wohl das was man in der bloggosphäre einen troll nennt … haha!

  • Ganz schön hässlicher Troll, was? :P

    Achso, lieber Justus!
    Was meintest du denn mit „Buchstabensalat“?
    Mein fehlendes Talent oder das hier irgendwas bei dir (bei anderen nämlich auch schon) nicht richtig angezeigt wird?

    Grüße…

  • NATÜRLICH, mein pinkester Onlinefreund, brüskiere ich mich hier über das, was vermutlich nicht gescheit angezeigt wird.

    Ich habe heute eine wirklich tolle Beleidigung gehört (passiv mitbekommen), die ich jetzt gerne dumdidum um die Ohren hauen würde. Bloß blöd, dass ich sie jetzt vergessen habe. Hach, das Alter … :D

    (Ich werde, sobald sie mir wieder einfällt, wieder hierher eilen, jawohlja)

  • Da ist es wieder:

    „Deine Mutter arbeitet auf’m Fischmarkt — als Geruch“

    Ich finde das tollst.

  • Danke für die Unterstützung… :)
    Höhö…

    So. Ich werde jetzt noch einen alten Freund anrufen, meine vorletzte Chance, und wenn das dann auch nicht klappt, steh ich am 1. Juli vor deiner Haustüre, Justi.
    Das wird ein Spaß! :P

  • … Wo dann ein massiger Türsteher bereitstehen wird, um dir zu verkünden, dass nur geladene Gäste Zutritt haben und irgendetwas von einer „Liste“ labern. Vielleicht kennst du das ja schon ;-)

  • Haha. Ja, richtig, das kenn ich, schließlich steh ich ja drauf. Also sonst meistens. Ich Kammerschauspieler. :P

    Ich dreh durch. Muss wohl doch im Park übernachten. Haha.

  • nein das lautsprecher lebt nicht. das durchlebt auch nix. das will nur dauernd irgendwas sein. gehetzt und weiss nich wovon er das speisen soll was zu sein ausser die dummen lügen. und so vergehn stunden und stunden und stunden…

  • Ich frage mich gerade, welches Leben du führst und was dich so traurig gemacht hat. Hm.


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