Immer mehr komme ich zur Erkenntnis, dass ich der Welt nichts zu sagen habe. Jedenfalls nicht via Blog. Das ist eigentlich auch nicht weiter schlimm, denn ich habe ja noch meine Stimmbänder, Hände, die Briefe schreiben können, wenn auch nur im Wachzustand, zusätzlich bin ich auch noch beim Radio, wo sich mein Mitteilungsdrang eventuell dann erschöpft, da meine Themen sehr vielfältig sind. Und ich verstanden habe, dass ich lieber mal ein kurzes Gedicht schreibe als die Welt zu retten. (Das, lieber Freund, hebe ich mir für später auf.)
Auch die letzten Tage saß ich immer mal wieder im Sender und produzierte munter Beiträge, anstatt meine Hausarbeit (Synthetische Gefühle) zu schreiben. Heute Morgen stand ich wie jeden Donnerstag um 06:30 Uhr auf, um zwei Stunden später halb schlafend auf den Redaktionstisch zu fallen. (Und ich brauche bis zum Sender wohlgemerkt etwa 20 Minuten…)
Vielleicht erinnerst du dich, dass ich hier immer mal wieder neue Kinofilme rezensiere, was in letzter Zeit immer seltener passiert. In Berlin sah ich mir zum Beispiel Die Welle an. (Ich schließe mich der NEON an: Sehr jung geraten…)
Viel früher schon fand ich mich mit Popcorn und Cola (und Benny) im unsäglichen Daddy ohne Plan wieder.
Diesen nahm ich für die Filmfabrik auseinander. Wenn du meine Rezension also mal nicht lesen, sondern hören willst, empfehle ich dir diesen Podcast, mein Beitrag läuft direkt als erster.
Heute ging es dann etwas ernster zu: Morgen tritt Bounty Killer im Münchener Backstage auf – wenn die Polizei nicht eingreift. Bekannt wurde der Herr aus Jamaika für Sätze wie „Lasst die Schwulen im Feuer brennen“ – und das ist fast noch nett übersetzt…
Deswegen fragte ich mal bei Volker Beck nach – der bereits Strafanzeige stellte. Vorhin rief mich noch Rita Braaz von der Rosa Liste München an – sie geht im Gegensatz zum Veranstalter davon aus, dass das Konzert nicht stattfinden wird.
Zuvor gab es noch eine eher etwas lächerliche Online-Abstimmung auf der Backstage-Homepage. Bounty Killer habe versichert, keine homophoben Inhalte wiederzugeben – falls er es dennoch tut, will das Backstage das Konzert sofort stoppen und dem „Künstler“ keine Gage zahlen.
Volker Beck genügt das lange nicht. Er zeigte sich derweil auch darüber bestürzt, dass Bounty Killers menschenverachtende Musik ganz einfach bei amazon.de zu bestellen sei.
Ich bin gespannt, ob das Konzert steigen wird – oder ob Rodney Price alias Bounty Killer direkt aus Deutschland ausgewiesen wird, was laut Rita Braaz durchaus möglich wäre… Gäbe es eine Transrapid-Strecke zum Münchener Flughafen, würde das sogar noch schneller gehen. Macht ja nichts. Ich hab ja Zeit.
Sogar so viel, dass ich mir ungefähr jetzt ein wenig Schlaf leiste.
PS: Wer morgen früh wach ist, kann in der Hörbar ab 9 Uhr via Webradio noch mal meinen Beitrag zu diesem Thema anhören – da wird er aus aktuellem Anlass wiederholt.
PPS: Jetzt hab ich aber doch ganz schön viel gesagt…
last.fm
2 Kommentare
März 28, 2008 um 10:32
argh. ich habs verpasst… webradio…..uncool.
März 28, 2008 um 6:49
Na ja, ich empfange den Sender hier in München ja sehr gut… Moment… Ich hab doch gar kein Radio! Hrmpf.